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„Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ – Die Brötchentütenaktion 2022 im Kreis Herford

Zum dritten Mal werden Bäckereien und kleinere Läden im Kreis Herford und Minden-Lübbecke rund um den 25. November besondere Brötchentüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ verteilen.

Auf den Brötchentüten wird genau wie die Jahre zuvor das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, welches unter der Nummer 08000 116 016 rund um die Uhr in 17 verschiedenen Sprachen berät, abgedruckt sein. Initiiert wurde die Aktion auch in diesem Jahr von den Soroptimistinnen Lübbecker Land und Bad Oeynhausen/Wittekindsland. Ein kleiner Erfolg ist, dass in diesem Jahr die Beteiligung der umliegenden Bäckereien, der kleineren Läden sowie Tafeln noch größer ist als im Jahr zuvor.

Das Ziel ist, eine breite Öffentlichkeit für das Thema Häusliche Gewalt zu sensibilisieren. „In Deutschland ist jede dritte Frau von Gewalt betroffen. Deswegen ist es besonders wichtig auf das Thema aufmerksam zu machen“, erklärt Karola Althoff-Schröder, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herford. „Mit dem niederschwelligen Angebot hoffen wir, viele Betroffene zu erreichen und auf Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen.“, ergänzt Amelie Witte, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Herford.

Gerade in dieser Zeit freuen wir uns sehr, dass die Aktion wieder stattfindet, da wir die gespendeten Tüten gut für die Verteilung von Lebensmitteln gebrauchen können.“ berichtet Barbara Beckmann, 1. Vorsitzende des Vereins Herforder Tafel e.V.

Die Brötchentüten werden von den Bäckereien, Tafeln und kleineren Läden zwischen dem 18.11.2022 und dem 25.11.2022 verteilt.

Bäckereien und Läden die dieses Jahr an der Aktion teilnehmen werden:

·  Bäckerei Erdbrügger

·  Bäckerei Strack

·  Bäckerei Schnarre

·  Biobäckerei Farina – Pustekuchen GmbH 

·  Bäckerei Schuster

·  Karlchens Backstube

·  Bäckerei Heidenreich

·  Bäckerei Simon

·  Bäckerei Tante Serap und Onkel Walter

·  Bäckerei Leuning

·  Unverpacktladen PUR: PRODUKT gGmbH

·  Bioladen Ulenburg

·  Tafel Herford

·  Tafel Bad Oeynhausen & Vlotho

·  Tafel Melle/Ausgabe Bünde

Die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ wird regelmäßig in verschiedenen Regionen in Deutschland mit großem Erfolg durchgeführt. Sie hat in den letzten Jahren, bei uns im Kreis Herford, große mediale Aufmerksamkeit bekommen.

Jede 3. Frau in Deutschland ist von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen!

25 % aller Frauen Erleben sexuelle und/oder körperliche Gewalt in ihrer Partnerschaft!

2 von 3 Frauen erleben sexuelle Belästigung

Kostenlose Nummer des Hilfetelefons: 0800 116 016

DER NOVEMBERFLYER ZUM AKTIONSMONAT „NEIN ZU GEWALT AN MÄDCHEN UND FRAUEN“ IST DA!

Am 25. November ist wie jedes Jahr der internationale Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Auch im Kreis Herford wird mit regelmäßigen Veranstaltungen und einer Fahnenaktion rund um diesen Tag an die vielen Frauen gedacht, die weltweit und vor Ort verschiedensten Formen von Gewalt ausgesetzt sind.

Das Programm finden Sie in unserem Novemberflyer

Wenn Sie Interesse an einer gedruckten Version haben, melden Sie sich gerne unter gleichstellung@kreis-herford.de

SAVE THE DATE: ONLINE- FACHVERANSTALTUNG DES FACHFORUMS AM 15.11.2022 ZUM THEMA Digitale Gewalt als Form der Häuslichen Gewalt

Das Fachforum gegen Häusliche Gewalt wird in einer Fachveranstaltung am Dienstag, den 15.11.2022 in der Zeit von 13:00 bis 16:00 Uhr zu den neuen Herausforderungen und Dimensionen, welche die Digitalisierung von Häuslicher Gewalt mit sich bringt, informieren und einen Überblick über die verschiedenen technischen Möglichkeiten geben.


Anmeldungen sind ab sofort über folgenden Link möglich: 

www.kreis-herford.de/FachtagFachforum

Die Veranstaltung ist vorerst in Präsenz geplant. Je nach Pandemiegeschehen behalten wir uns vor, den Fachtag als Online-Veranstaltung über die Plattform Zoom anzubieten.

Телефон довіри „Насильство щодо жінок“ – Beratung auf Ukrainisch!

(Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“)

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hat das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ sein Sprachangebot erweitert. Gewaltbetroffene Frauen finden ab sofort auch in ukrainischer Sprache Unterstützung. Auf Wunsch einer Anruferin schalten die Beraterinnen innerhalb einer Minute eine Dolmetscherin in der benötigten Sprache zum Gespräch hinzu. Die kostenfreie, anonyme und vertrauliche Beratung unter der 08000 116 016 ist damit jetzt in 18 Fremdsprachen möglich.
https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon/beratung.html

Großflächenplakate zur Anzeigenunabhängigen Spurensicherung im Kreisgebiet

Sexualisierte Gewalt ist in Deutschland häufig, fast jede siebte Frau erlebt strafrechtlich relevante Formen sexualisierter Gewalt. Nach einem sexuellen Übergriff ist das unmittelbare Sichern von Beweisen durch Ärztinnen und Ärzte wichtig, dadurch können Täter identifiziert und verurteilt werden.

Hier setzt die anonyme Spurensicherung an, die schon seit 2017 im Klinikum Herford und im Mathilden Hospital im Kreis Herford möglich ist und sich zwischenzeitlich in Nordrhein-Westfalen fast flächendeckend etabliert hat. Wichtig ist aber auch, dass das noch relativ neue Angebot bei den Frauen bekannt wird. Deshalb weisen gerade mehrere Großflächenplakate im Kreis Herford auf die anonyme Spurensicherung hin. Die Initiative dazu kommt vom Fachforum gegen Häusliche Gewalt, das die Einführung der anonymen Spurensicherung im Kreis Herford koordiniert hat.

„Die anzeigenunabhängige Spurensicherung ist entwickelt worden, weil viele betroffene Frauen direkt nach der Tat mit der Entscheidung über eine Anzeige überfordert sind. Die war aber bisher die Voraussetzung für eine Beweissicherung.“ erklärt Wiebke Nolte von der Beratungsstelle femina vita. Lena Dittmann von der Frauenberatungsstelle Herford ergänzt: „Zunächst stehen für die Betroffenen die eigenen körperlichen und seelischen Bedürfnisse im Vordergrund. Erst später wird es dann wichtig, dass dem Täter der Prozess gemacht wird.“

Plakat und Flyer zur Anonymen Spurensicherung

Namen von links: Lena Dittmann – Frauenberatungsstelle Herford e.V. und Notruf, Jana Ottensmeier – Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder des Kreises Herford, Wiebke Nolte, femina vita, Mädchenhaus Herford e.V, Kerstin Falk, Gleichstellungsbeauftragte Klinikum Kreis Herford, Simona Langenberg, Geschäftsstelle Fachforum Häusliche Gewalt und Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Herford vermitteln Hilfe und Unterstützung für Frauen, die von Gewalt betroffen sind.

Bei der anonymen Spurensicherung findet die Spurensicherung im Krankenhaus unter Anleitung von Ärztinnen und Ärzten kostenfrei statt. Die Daten werden vertraulich behandelt. Die gesicherten Spuren werden dann unter einem Pseudonym gespeichert und für zehn Jahre lange bei der Rechtsmedizin in Münster aufbewahrt. Dadurch haben die Betroffenen die Möglichkeit die Strafanzeige dann zu stellen, wenn sie dazu bereit sind.

„Wir haben in den letzten Jahren schon viele Plakate und Flyer verteilt. Besonders die Plakate werden gerne an der Innenseite von Türen auf der Damentoilette von Geschäften oder Praxen aufgehängt. Trotzdem muss das Angebot noch bekannter werden und wir freuen uns, wenn Menschen bereit sind, die Informationen bei sich auszulegen und schicken dann gerne Materialien zu“ erzählt Simona Langenberg, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Herford und Geschäftsführerin des Fachforums gegen Häusliche Gewalt.

Auf der Internetseite des Fachforums www.hilfe-haeusliche-gewalt.de gibt es neben den Kontaktdaten zu den örtlichen Beratungsstellen noch viele weitere Informationen und Hinweise zu Handlungsmöglichkeiten. Beispielsweise auch die Broschüre „Wenn es passiert ist…“ die sich direkt an Betroffene nach einer Vergewaltigung richtet.

Orange the World – der Kreis Herford erstrahlt orange als Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Dieses Jahr leuchten auch im Kreisgebiet Rathäuser und weitere Gebäude rund um den 25. November, dem „internationalen Tag gegen Gewal an Frauen und Mädchen“ orange. Damit beteiligen sich der Kreis Herford und die Kommunen an der weltweiten UN-Kampagne „Orange the World“. Vom 22.11. bis zum 27.11.2021 wird die Aktion im Kreis Herford durchgeführt und setzt damit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

 „Jede dritte Frau in Deutschland ist während ihres Lebens von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. Es ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit,“ erklärt Amelie Witte, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte im Kreis Herford.

Mit der Teilnahme an den Orange Days wollen das Fachforum gegen Häusliche Gewalt und die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford die Situation von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen sichtbar machen und Solidarität mit Betroffene zeigen. „Die Orange Days passen in die aktuelle Zeit, wir wollen zum einen Betroffenen ein Lichtsignal geben und zum anderen auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen“, bekräftigt Karola Althoff-Schröder, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herford.

Auch Jürgen Müller, Landrat des Kreises Herford, unterstützt die Aktion: „Es muss sichtbar sein, was nicht sein darf. Um so mehr weiß ich zu schätzen, dass sich neben dem Kreis Herford fast alle Kommunen an der weltweiten UN-Kampagne beteiligen und somit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen.“

Der Kreis Herford lässt unter anderem den verglasten Lichthof im Kreishaus beleuchten, sodass neben Fußgängern und Autofahrern auch Menschen in den vorbeifahrenden Zügen auf die Aktion aufmerksam werden. Auch das Straßenverkehrsamt in Kirchlengern, das Kreisgebäude an der Berliner Straße, und das Jugendgästehaus in Rödinghausen werden zeitweise orange.

Alle teilnehmende Gebäude im Kreis Herford finden Sie unter https://www.hilfe-haeusliche-gewalt.de/orange-the-world/.

von links: Amelie Witte (stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Kreis Herford), Landrat Jürgen Müller, Karola Althoff-Schröder (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Herford)
Der Lichthof im Kreishaus, Amtshausstraße 3 in Herford
Das Jugendgästehaus in Rödinghausen
Die Liesbergmühle in Enger
Das Rathaus in Kirchlengern
Das Rathaus in Herford
Das Stadttheater in Herford
Der Uhrenturm in Hiddenhause
Das Rathaus in Hiddenhasuen
Das Rathaus in Enger

Zusatzinfo:

1991 wurde die UN-Kampagne „Orange the World“ zum ersten Mal vom Women’s Global Leadership Institute durchgeführt. Sie beginnt am 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ und macht mit der Farbe „Orange“ 16 Tage lang auf die Benachteiligung von Frauen und auf geschlechtsspezifische Formen von Gewalt aufmerksam. Weitere Infos gibt es unter https://www.unwomen.de/aktuelles/aktuelle-kampagnen/16-tage-zur-beendigung-der-gewalt-gegen-frauen-2021.html .

Die Aktion „Orange the World“ findet außerdem im Rahmen der landesweiten Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen des Ministeriums für Gleichstellung vom 22.11.2021 bis zum 27.11.2021 statt. Zudem führen die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford wieder eine Brötchentütenaktion rund um den 25. November durch. Bäckereien und kleinere Läden verteilen im Kreis Herford ab dem 22.11.2021 Brötchentüten mit der Aufschrift des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt an Frauen“ mit der Telefonnummer 0800 116 016.

Online-Fachtag zum Thema „Drei Jahre Istanbul-Konvention in Deutschland – Erste Ergebnisse zum Gewaltschutz von Frauen und Mädchen“ im Kreis Herford

Das Fachforum gegen Häusliche Gewalt im Kreis Herford veranstaltete anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2021 einen Online-Fachtag. Unter dem Titel „Drei Jahre Istanbul-Konvention in Deutschland – Erste Ergebnisse zum Gewaltschutz von Frauen und Mädchen“ wurde in drei Vorträgen die Istanbul-Konvention, welche Deutschland 2018 ratifiziert hat, näher unter die Lupe genommen. Über 60 Fachleute aus Jugendämtern, Justiz, Polizei und Beratungsstellen nahmen an der Veranstaltung teil. „Auch in diesem Jahr haben wir aufgrund der unsicheren Situation durch Corona die Veranstaltung online geplant und konnten somit wieder Teilnehmede aus ganz NRW begrüßen.“ Freute sich Simona Langenberg, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Herford und Geschäftsführerin des Fachforums.

Kreisdirektor Markus Altenhöner wies in seiner Eröffnung darauf hin, dass Bereich „Gewaltschutz gegen Mädchen und Frauen“ im Kreis Herford schon einiges umgesetzt wurde, es bleibe noch genung zu tun. Er unterstrich zudem die sehr gute Vernetzung der Akteurinnen und Akteure im Bereich Häusliche Gewalt im Kreis Herford.

Frau Prof. Dr. Stefanie Bock als Professorin für internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung erläuterte in ihrem Vortrag den deutschen Staatenbericht zur Umsetzung der Istanbul Konvention. Besonderen Fokus legte sie dabei auf die Bausteine „Prävention“ und „Schutz und Unterstützung“. Es zeigte sich aus Sicht von Frau Prof. Dr. Bock, dass „Förderalismus mit seinen verschiedenen Zuständigkeiten teilweise ein Hemnis bei der Umsetzung der Istanbul Konvention ist“.

„Es gibt keine Gesamtstrategie, geschweige denn einen Aktionsplan zur Umsetzung der Istanbul Konvention, der gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen erarbeitet wurde.“ ergänzte die zweite Referentin Frau Renate Janßen.

Als Vertreterin der BAG autonomer Mädchenhäuser im Bündnis Istanbul Konvention stellte sie im zweiten Vortrag, „Schattenbericht – Stellungnahmen des Bündnis Istanbul Konvention“, den Standpunkt der Zivilgesellschaften vor und deren wichtige Rolle in der Umsetzung der Konvention. Aus Sicht des Bündnis benötigt es für die Umsetzung außerdem Koordinierungsstellen auf allen Ebenen und Aktionspläne. Auch die unzureichende Datenlage stellt ein weiteres Problem für die Erarbeitung von ausreichenden Maßnahmen dar.

Den lokalen Bezug zur Istanbul Konvention stellten Simona Langenberg und Dorit Bethke, beide Mitglieder im Koordinierungsteam, mit Ihrem Vortrag zu „Umsetzung vor Ort – Zwischenergebnisse und weitere Bedarfe“ vor. Hierbei wurde deutlich, dass mit dem Fachforum gegen Häusliche Gewalt bereits eine gut etablierte Vernetzungsstruktur im Kreis Herford vorhanden ist. Diese sieht im Zuge der Istanbul Konvention dennoch weitere Bedarfe, um die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen und häuslicher Gewalt voranzubringen. Darunter fallen zum einen die bessere Zusammenarbeit mit den Jugendämtern, Familiengerichten und der Justiz, der Blick auf besonders hilfsbedürftige Personenkreise und der Ausbau von Prävention in verschiedenen Bereichen. „Im Keis Herford haben wir mit dem Koordinierungsteam und dem Fachforum ein gutes Netzwerk, jedoch müssen wir in einigen Bereichen besser werden und diese Vernetzung ausbauen.“ Erzählt Simona Langenberg.

Dem stimmten alle Beteiligten zu und zeigten zudem ihre Verwunderung, dass es auf Bundes- und Landesebene keine eigenständige Koordinierung zu dem Thema gibt.

Infos zum Fachforum gegen häusliche Gewalt im Kreis Herford gibt es hier

„Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ – Die Brötchentütenaktion 2021 im Kreis Herford

Zum zweiten Mal verteilen Bäckereien und kleinere Läden im Kreis Herford und Minden-Lübbecke rund um den 25. November, besondere Brötchentüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ und dem Hinweis auf das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, welches unter der Nummer 08000 116 016 rund um die Uhr in 17 verschiedenen Sprachen berät. Schon in der Zeit vor dem 25. November weisen Plakate unter dem Motto „Wir machen mit!“ auf die Aktion in den teilnehmenden Bäckereien und kleinen Läden hin.

Initiiert wurde die Aktion auch in diesem Jahr von den Soroptimistinnen Lübbecker Land und Bad Oeynhausen/Wittekindsland. „Es freut uns sehr, dass die Aktion auch in diesem Jahr wieder stattfindet und sich erneut viele Bäckereien sowohl im Kreis Herford und im Kreis Minden-Lübbecke, als auch in ganz OWL beteiligen.“ berichtet Stefanie Möller, Präsidentin des Soroptimistinnen-Club Bad Oeynhausen/Wittekindsland.

Bis jetzt beteiligen sich die Bäckereien Erdbrügger, Schuster, Schäfer, Strack, Heidenreich, Karlchens Backstube, Bäckerei Farina, sowie der Bioladen Ulenburg und der Unverpacktladen „Purprodukt“. Darüber hinaus werden die Brötchentüten auch wieder über die Tafeln und Diakonieläden im Kreis Herford verteilt. „Wir haben uns sehr gefreut, dass die Aktion wieder stattfindet, da wir die Tüten für die Verteilung der Lebensmittel gut gebrauchen können.“ berichtet Barbara Beckmann, 1. Vorsitzende des Vereins Herforder Tafel e.V..

In diesem Jahr findet die Brötchentütenaktion außerdem im Rahmen der landesweiten Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen des Landes NRW statt, welche vom Ministerium für Gleichstellung ins Leben gerufen wurde.

Ziel der Aktion ist es, eine breite Öffentlichkeit für das Thema Häusliche Gewalt zu sensibilisieren. „Wir sehen, dass gerade mehr Fälle von Häuslicher Gewalt gegen Frauen bekannt werden. Deswegen ist es besonders wichtig auf das Thema aufmerksam zu machen und Betroffene über Unterstützungsangebote zu informieren“, findet Simona Langenberg, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Herford und Geschäftsführerin des Fachforums gegen Häusliche Gewalt im Kreis Herford.

Das fanden auch die Bäckereien im Kreis Herford, „In diesem Jahr nehmen sowohl einige Bäckereien und kleinere Läden aus dem letzten Jahr wieder teil als auch Neue, die im letzten Jahr auf die Aktion aufmerksam geworden sind.“ erklärt Simona Langenberg.

Interessierte Bäckereien und Läden können sich im Gleichstellungsbüro des Kreises Herford (gleichstellung@kreis-herford.de , 05221-131316 oder 05221-131315) melden. Eine kurzfristige Teilnahme ist noch möglich. „Wir feuen uns, wenn auch noch spontan Bäckereien oder Läden mitmachen möchten.“, bekräftigt Amelie Witte, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte im Kreis Herford.

Die OWL weite Aktion wurde durch verschiedenen Unterstützerinnen gemeinsam initiiert. So machten das Fachforum gegen Häusliche Gewalt im Kreis Herford, die Gleichstellungsstellen in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke und die Soroptimistinnen Lübbecker Land und Bad Oeynhausen/Wittekindsland mit. Diese Form der interkommunalen Zusammenarbeit ist sinnvoll, da auch viele Bäckereien ihre Filialen in beiden Kreisen haben. Unterstützt wird die Aktion auch vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Auf dem Instagram Kanal @gleichstellung_agkreisherford  wird auch über den Fortgang der Aktion berichtet werden.

von links: Stefanie Möller (Präsidentin des Soroptimistinnen-Club Bad Oeynhausen/Wittekindsland), Barbara Beckmann und Uwe Grühl (Herforder Tafel e.V.), Simona Langenberg (Gleichstellungsbeauftragte Kreis Herford), Amelie Witte (stellv. Gleichstellungsbeauftragte Kreis Herford)
von links: Britta Steffen (Gleichstellungsbeauftragte Kirchlengern), Kristina Lell, Susanne Steinmeier und Jörg Schuster (Bäckerei Schuster)
Das Team der Tafel Bünde, Dorit Bethke (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Bünde), Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger
von links: Ulrike Harder-Möller (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Enger), Regine Steffen (vom Unverpacktladen „Purprodukt“), Bürgermeister Thomas Meyer, Sabine Büschke (Bäckerei Strack)

„Wir brechen das Schweigen“! – Mitmachaktion des Hilfetelefons gegen Gewalt an Frauen

Wir brechen das Schweigen! Mit dieser Mitmachaktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, möchte das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen ein Zeichen setzen und zum Mitmachen aufrufen, denn Gewalt an Frauen wird noch häufig beschönigt und ignoriert. Auch das Fachforum gegen Häusliche Gewalt im Kreis Herford beteiligt sich an dieser Aktion.

Wenn Frauen Gewalt erfahren, wird Ihnen zusätzlich oftmals noch die Schuld gegeben. Die Folge daraus, betroffene Frauen trauen sich nicht aus Scham und Angst über das Erlebte zu sprechen.

Deshalb der Apell: Machen Sie mit und beteiligen Sie sich, denn jede Aktion zählt! Seien Sie laut gegen Gewalt an Frauen, den Betroffene sollen wissen, dass Sie nicht alleine sind und es Wege aus der Gewalt gibt. Auch wenn wir nicht persönlich betroffen sind, dürfen wir nicht wegschauen! Unter https://www.hilfetelefon.de/kampagnen-aktionen/aktionen/schweigen-brechen.html finden Sie verschiedene Möglichkeiten und Aktionsmaterialien, mit denen Sie auf diese Aktion aufmerksam machen können.

Die Fahnen wehen im Kreis Herford – Fahnenaktion gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Ein sichtbares Zeichen rund um den 25. November, dem internationalen Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, setzt der Kreis Herford gemeinsam mit seinen Kommunen mit der Fahnenaktion „frei leben – ohne Gewalt.“ Dazu wehen vom 16.11.21 bis zum 28.11.21 die Fahnen vor dem Kreishaus und den Rathäusern im Kreis Herford.

Seit 2001 veranstalten die Gleichstellungsbeauftragten, Mädchen- und Frauenprojekte und andere Institutionen im Kreis Herfordim November verschiedene Aktionen und Veranstaltungen, um auf das Thema Häusliche Gewalt aufmerksam zu machen. Denn noch immer ist Gewalt an Frauen und Mädchen alltäglich. Im Kreis Herford gibt es jährlich rund 300 Polizeieinsätze wegen Häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer ist allerdings viel höher. Gerade durch die Corona-Pandemie hatten Frauen und Mädchen weniger Möglichkeiten sich Hilfe zu holen.

In diesem Jahr findet außerdem im Rahmen der Novemberaktionen am 18. November von 13.30 Uhr bis 16 Uhr der Online-Fachvortrag statt, der sich mit der 2014 in Kraft getretenen Istanbul-Konvention befasst, die 2017 auch von Deutschland ratifiziert wurde. Anmeldungen sind noch www.kreis-herford.de/FachtagFachforum möglich.

Außerdem findet auch in diesem Jahr wieder die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ mit dem Hinweis auf das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen statt, an der sich Bäckereien und kleinere Läden aus den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke beteiligen. Zudem beteiligen sich der Kreis und die Kommunen dieses Jahr an der UN-Frauen-Kampagne „Orange the World“, um sich für ein Ende von Gewalt gegen Frauen und Mädchen einzusetzen und indem in der Zeit vom 23.11 bis zum 28.11.2021 Rathäuser und weitere Gebäude im Kreis Herford orange beleuchtet werden.

Fahnenaktion in den Städten und Gemeinden im Kreis Herford

Stadt Vlotho – Bürgermeister Rocco Wilken und Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer
Stadt Löhne – Gleichstellungsbeauftragte Monika Lüpke und Bürgermeister Bernd Poggemöller
Stadt Bünde – Gleichstellungsbeauftragte Dorit Bethke, UWG-Ratmitglied Armin Kuschel, DR. Bärbel Ebel und Brigitte Sundermann von terre des femmes

Gemeinde Hiddenhausen – Karola Althoff-Schröder (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Herford),
Bürgermeister Andreas Hüffmann,
Gleichstellungsbeauftragte Andrea Stroba

Kreis Herford – v.r.: Amelie Witte, Gleichstellungsbeauftragte Simona Langenberg und Landrat Jürgen Müller

Stadt Herford – Bürgermeister Tim Kähler und Gleichstellungsbeauftragte Karola Althoff-Schröder

Gemeinde Kirchlengern – Bürgermeister Rüdiger Meier und Gleichstellungsbeauftragte Britta Steffen
Stadt Enger – Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Harder-Möller, Daniela Albrecht Frauenhaus Herford, Marita Brink-Stucht, Sibylle Thiel

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